Im Test: Fit Ocean Magic Glide iSUP (2017)

Heute will ich für euch das aufblasbare Stand Up Paddle Board von Fit Ocean testen. Fit Ocean ist eine Schweizer Firma, aber das preiswerte Board kommt unverkennbar aus China. Es ist in den Farben orange, blau und grün erhältlich. Ich habe blau gewählt.

Board-Maße

Das Board gibt es mit Alu-Paddel zwischen 430 und 450 Euro im Handel. Es gab missverständliche Angaben was die Dicke des Boards betrifft, es gab eine Version mit 12,5cm Dicke (5 Zoll), inzwischen gibt es das Board mit 15cm (6 Zoll), das ist quasi die 2018er Version. Dicker ist besser, weil man dann die Füße nicht im Wasser hat. Das Board hat eine Länge von 325cm (10’8″) und eine Breite von 81cm (32″). Deswegen habe ich es auch gewählt, bei meinem Gewicht von 83kg brauche ich ein dickeres Board und ein breiteres Board ist nicht so kippelig und besser für Anfänger. Auch zwei Personen auf dem Board sollten aufgrund der Dicke möglich sein. Man muss nur beachten, dass die Breite nach dem zusammenrollen des Boards der Höhe entspricht, d.h. das Board braucht zusammengelegt mindestes 81cm. Dadurch ist es etwas sperrig, wenn man es etwa in einem Koffer bei Flugreisen verstauen will. Da kann ein kleineres (schmaleres) Board seine Vorteile ausspielen.

Lieferumfang

Das Board ist im Single Layer Verfahren hergestellt, deswegen ist es relativ leicht (Netto-Gewicht 8kg) und billig. Ich hoffe, dass es trotzdem langlebig ist. Ich habe es nur bis 12 PSI aufgepumpt, das wird empfohlen, da es sich in der Sonne dehnt und es war steif genug. Der Rucksack der dabei ist, ist ein geschlossener Rucksack und sehr einfach gehalten. Netzeinsätze sorgen dafür, dass das Board trocknen kann. Der Rucksack hat keinen Brustgurt und ist relativ hoch und nicht so angenehm zu tragen. Mitbewerber bieten z.B. offene Rusäcke, die man über das Board faltet und deren Größe sich damit anpasst. Im Lieferumfang ist noch eine Anleitung, die aus einem A4-Blatt besteht. Dort gibt es die wesentlichen Informationen, trotzdem bieten andere Hersteller bei vergleichbarem Preis mehr, z.B. ganze Handbücher.

Das Paddel im Lieferumfang ist aus Alu und besteht aus drei Teilen. Der oberste Teil kann in der Länge verschoben werden. Das funktioniert gut und das Ruder ist für meine Körpergröße (178cm) bei weitem ausreichend. Das Blatt ist eher schmal. Das ist aber modern, mit schmäleren Blättern kann man zwar nicht so viel Rückstoß erreichen, dafür kann man in kürzeren Abständen rudern.

Die Pumpe ist eine Bravo 4 SUP Pumpe. Sie ist im Vergleich zu den Pumpen von anderen Herstellern sehr groß und etwas unhandlich beim Transport. Dafür kann man auf Doppelhub stellen, womit man am Anfang schneller pumpen kann (am besten am Ende auf Einfach-Hub stellen, weil es sonst zu schwer wird).

Ausstattung

Das Board verfügt über ein Gepäcknetz, dass mit einfachen Laschen am Board befestigt ist. Andere Hersteller bieten hier Metall-D-Ringe, die vielleicht besser sind. Dafür gibt es noch 4 Metall-D-Ringe, um einen Kajak-Sitz zu befestigen und einen D-Ring hinter dem Ventil. Diese D-Ringe bieten nicht alle Hersteller bei so großen Boards.

Die Oberseite ist mit einer rutschfesten Matte versehen. Sie hat ein eher grobes Muster. Mein Board kam mit ein paar kleinen Macken, die aber alle kein Grund waren, das Board zurückzuschicken. So war ein kleiner Zacken der Matte am Rand eingerissen, dann war noch ein kleines Loch in der blauen Ummantelung des Boards (gibt aber noch eine Schicht darunter, daher kein Leck). Die Ummantelung war auch nicht ganz symmetrisch aufgeklebt, deswegen war die Spitze des Boards nicht ganz symmetrisch. Ich glaube aber, dass das keine Auswirkungen auf die Fahreigenschaften hat (rein optisch).

Auf der Unterseite sind schon zwei Finnen fix montiert, die dritte große Finne steckt man auf, wenn das Board aufgeblasen ist.

Der Griff zum Transport des Boards ist etwas schmal. Andere Hersteller haben rechteckige Griffe, sogar mit Plastik verstärkt. Beim Magic Glide wird die Hand im Griff eingequetscht.

Bewertung

Das Board fährt sich sehr gut. Für mich als Anfänger ist es sehr stabil und ich bin beim ersten Mal kein einziges Mal ins Wasser gefallen (gab aber fast keinen Wind und keine Wellen). Es macht sehr viel Spaß. Hier nochmals die Vorteile und Nachteile in der Zusammenfassung:

Vorteile:
+ relativ günstiger Preise
+ dick, breit und groß (für schwerere Personen oder mehrere Personen geeignet)
+ nettes Design (nicht zu auffällig)
+ schon mit 12 PSI ausreichend steif
+ gutes Paddel

Nachteile:
– Griff zum Transport ist für größere Hände zu schmal
– kleine Finnen schon fix montiert (stören beim Zusammenlegen und beim Transport müssen sie geschützt werden)
– Material langlebig?
– Rucksack sehr einfach (keine Befestigungsmöglichkeiten für Paddel etc.)
– Anleitung im Lieferumfang nur ein A4-Blatt
– Pumpe sehr groß

Insgesamt bin ich mit dem Board sehr zufrieden. Es ist etwas breiter und dick, was sich sehr positiv auf den Fahrkomfort auswirkt. Für mich genau die richtige Größe. Eventuell hat man dadurch mehr Probleme beim Transport, aber dafür hat man ein sehr stabiles Board. Wenn man ein Auto hat kein Thema, aber bei Flugreisen, am Fahrrad und im Zug vielleicht schon. Ich habe am Fahrrad einen Anhänger, trotzdem schaut das Board über das Ende des Anhängers hinaus.

2 Replies to “Im Test: Fit Ocean Magic Glide iSUP (2017)”

  1. Hallo Bernhard
    bin soeben auf Deine Review gestossen und kann mich deinem Fazit grösstenteils anschliessen. Ich bin seit 1,5 Jahren mit dem Vorgängermodell (leider nur 12,5 cm dick) unterwegs.
    Den Rucksack finde ich toll, da alles (Board, Paddel, Pumpe, Schwimmweste, Leash, Badetuch, usw…) drin platz hat und man so auch sehr gut mit dem ÖV auf Tour gehen kann.
    Mit der Doppelhub Pumpe geht das befüllen um einiges leichter und schneller als mit den billigen Singelhub Pumpen.
    Qualitativ habe ich bis jetzt keine Mängel festgestellt, obwohl ich hie und da mal mit der Finne an Steinen anstosse und das Board auch nicht sonderlich pflege.
    Für mich war das Preis – Leistungs Verhältnis massgebend für den Kauf. Hier hast Du richtig gutes China-Material (wo übrigens auch die teuren Boards produziert werden) für wenig Geld.
    Mittlerweile bin ich aber auf das “Allround-Speedster” von Fit Ocean umgestiegen, da ich gerne etwas längere Touren paddle und auch bei SUP Rennen mitfahre.

    Gruss aus der Schweiz… Marcel

    1. Hi Marcel, danke für deinen Erfahrungsbericht. Freut mich, dass dein Board hält. Mit der Pumpe hast du Recht, die Pumpen bei anderen billigen Boards sind teilweise katastrophal, die Pumpe bei Fit Ocean ist definitiv ok.
      lg & viel Spaß mit deinem neuen Board
      Bernhard

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