Da die Prozessortemperatur bei meinem selbst zusammen gestellten PC für die Foto- und Videobearbeitung ab und zu die 80 Grad Marke überschritten hatte, habe ich mich entschlossen, testweise den Noctua NH-D15 Kühler zu installieren. Er gilt als der beste Luftkühler am Markt. Damit sollte genug Spielraum gegeben sein, um den Prozessor zu übertakten.
Der Kühler ist relativ teuer, riesig und schwer. Im Vergleich zu seinem Vorgänger (NH-D14) sind die Lüfter noch größer und da sie sich langsamer drehen, ist der PC noch leiser.
Das Design (braune Farbe) des Noctua ist nicht besonders schön, aber da ich ein geschlossenes Gehäuse habe, ist mir das egal.
Kühler zum Übertakten – Noctua NH-D15 kaufen
Einbau
Der Einbau ist etwas aufwendiger, aber auch in 5 Minuten zu schaffen. Vor allem sollte man prüfen, ob genug Platz im Gehäuse ist, um den Lüfter einzubauen.
Auf der Noctua Seite gibt es eine Liste, auf der man überprüfen kann, auf was man bei seinem jeweiligen Mainboard zu achten hat, d.h. ob RAM-Slots oder PCIe-Schnittstellen blockiert sind.
Zuerst habe ich die SecuFirm-Platte durch die Rückseite des Mainboards gefädelt.
Dann 2 Brackets auf Sockeln mit Schrauben fixiert.
Und die mitgelieferte Wärmeleitpaste auf die CPU aufgetragen.
Der Einbau ist etwas fummelig, wenn man das Mainboard bereits installiert hat, da der Lüfter so groß ist.
Um den Heatsink mit dem mitgelieferten langen Schraubenzieher anzuschrauben, muss vorher der mittlere Lüfter entfernt werden. Tipp: Schrauben links und rechts abwechselnd anziehen, nicht nur auf einer Seite. Am besten zuerst die Lüfter anstecken.
Bei der Montage der Lüfter habe ich mir mit dem Winkel des mitgelieferten Schraubenziehers geholfen (vgl. Video).
Bei mir ging sich alles knapp aus (mit einem Fractal Design Define C Gehäuse und einem ASRock Extreme Pro 4 Mainboard).
Ergebnis
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, schon im Idle ist der Prozessor kühler:
Unter Last ist er ca. 10 Grad kühler als mit einem kleinen Lüfter (Be Quiet! Pure Rock Slim) erreiche.
Die Lüfter können schon laut sein, allerdings habe ich sie im BIOS optimiert, und jetzt höre ich sie bei wenig Last kaum.
Auch ein Übertakten auf 4,7 Ghz ist möglich, 80 Grad werden allerdings überschritten:
Bei 5 GHz werden die Temperaturen zu hoch, ich müsste ggf. noch mehr Gehäuselüfter einbauen:
Der Geschwindigkeitsgewinn beim Rendern durch das Übertakten ist trotzdem gering.
Fazit
Ich kann den Kühler definitiv empfehlen, wenn man etwas übertakten will oder vermeiden will, dass der Prozessor heiß läuft.
Die riesigen Kühlrippen sind sehr nützlich, man kann dadurch die Lüfterdrehzahlen runterregeln oder überhaupt nur einen Lüfter verbauen.
Es gibt auch die Möglichkeit, die mitgelieferten Ultra-Low-Noise-Adapter zu verwenden, das muss ich noch testen.
Da er PWM unterstützt, kann ich die Drehzahl genau über das Mainboard steuern (Anschlüsse mit 4 Pins) – im Gegensatz zum Vorgängermodell NH-D14.
Alles in allem bin ich mit diesem Prozessorkühler sehr zufrieden. Ich kann ihn empfehlen.
Für Fragen und Anmerkungen gerne den Kommentarbereich nützen!
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