Kulturbuddy bei der Caritas Teil 2

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Knapp 2 Jahre bin ich jetzt Kulturbuddy f├╝r AsylwerberInnen bei der Caritas. Nachdem ich bereits geschrieben habe, was das ist, meine Beweggr├╝nde und welche Ausfl├╝ge ich organisiert habe, will ich jetzt einen Update geben und darauf eingehen, was sich ver├Ąndert hat. Den alten Artikel bitte hier nachlesen, habe gerade noch ein paar Fotos hinzugef├╝gt.

Es hat sich vieles zum Guten ver├Ąndert. So besuchen jetzt viele AsylwerberInnen Deutsch-Kurse. Es gibt die M├Âglichkeit zu arbeiten. Viele machen Sport, Fu├čball ist am beliebtesten. V.a. die Kinder sprechen perfekt Deutsch, da sie in die Schule gehen. Sogar einige Erwachsene sprechen sehr gut Deutsch. Es gibt eine B├╝rgerinitiative im Ort, die viele sch├Âne Angebote hat.

Neue Aktivit├Ąten

Seit meinem letzten Artikel habe ich die AsylwerberInnen zu folgenden Ausfl├╝gen eingeladen. Es kommen immer so ca. 15 Leute mit.

  1. Stadtexpedition Donaukanal (mit dem AzW)
  2. Timetravel Vienna
  3. Schwimmen Alte Donau Kaiserwasser
  4. WeltBilder Mal-Workshop im Mumok
  5. Schwimmen im Badeteich Hirschstetten
  6. Noch einmal WeltBilder Mal-Workshop im Mumok
  7. Planetarium
  8. Eislaufen ÔÇô Tag der offenen T├╝re Vienna Capitals
  9. Zentralfriedhof Wien
  10. Eislaufen ÔÇô Er├Âffnung Wiener Eistraum
  11. Welttag der Fremdenf├╝hrer
  12. Hop on Hop Off Bus
  13. Haus des Meeres
  14. Schwimmen im Wienerbergteich
  15. Schwimmen im Neusiedlersee (Weiden am See)
  16. Prater
  17. Schwimmen und F├╝hrung in der Seestadt Aspern
  18. Foto-Workshop und Foto-Walk
  19. WeltMuseum

Was war gut, was war nicht so gut

Schwimmen war sehr gut im Sommer. Ich habe den TeilnehmerInnen meine liebsten Pl├Ątze gezeigt, die sie gro├čteils nicht kennen und wo sie selber mit ihren Freunden hingehen k├Ânnen. Beim Schwimmen waren nur wenig Frauen mit. Das hat nicht unbedingt nur etwas mit Religion zu tun, f├╝r jede Frau w├Ąre es unangenehm, wenn alle anderen M├Ąnner sind. Deswegen freue ich mich besonders, wenn mir Frauen helfen. Ich habe darauf geachtet, dass das Wasser seicht ist und danach die Pl├Ątze ausgesucht (viele k├Ânnen nicht so gut oder gar nicht schwimmen).

Eislaufen im Winter ist auch sehr gut, v.a. die Kinder lieben es. Es ist nur schwierig und logistisch aufwendig, gen├╝gend Schuhe zu finden, das Ausborgen ist eigentlich zu teuer. Zuletzt habe ich leider ein Paar verloren. Da ich das alleine mache und nur ab und zu Freunde helfen, ist das nicht einfach.

Wenn man etwas eigenes mitbringt, kann es schon passieren, dass es kaputt oder verloren geht. Da versuche ich die Leute darauf aufmerksam zu machen, dass das meine eigenen Sachen sind. Aber schlussendlich sind es M├Ąnner (und Frauen) und sie haben Kraft. Wenn sie am Abend m├╝de sind (von k├Ârperlicher Aktivit├Ąt oder vielleicht sogar von zuviel Kulturgenuss?), habe ich meinen ÔÇ×JobÔÇť richtig gemacht.

Ramadan war sicher ein Knackpunkt. Da sich 2016 bei Ramadan wenig Leute zu den Ausfl├╝gen gemeldet hatten, habe ich dieses Jahr keine Ausfl├╝ge zu dieser Zeit angeboten.

Was mir leider auch negatives passiert ist, dass manche Leute von den Kultureinrichtungen glauben, dass man nichts sagen darf und nur ein Transportunternehmen f├╝r bed├╝rftige Menschen ist. Deswegen sage ich immer, dass ich das ehrenamtlich mache und nicht wie die Kritisierenden, die daf├╝r Geld bekommen. Geld zu bekommen alleine w├Ąre ja kein Problem, wenn man daf├╝r von diesen Leuten nicht ernst genommen wird schon.

Was auch passiert in Museen, dass Kunstwerke angegriffen werden. Darauf muss man achten, sonst kommt der Sicherheitsdienst und es kann Folgen haben, wenn Besch├Ądigungen gefunden werden.

Ich kaufe nur Kleinigkeiten f├╝r dir Ausfl├╝ge, zB mal eine Wassermelone. Die Caritas zahlt das nicht. Es geht darum Zeit zu spenden, nicht Geld. Nat├╝rlich wird oft gefragt, was das und das kostet, das ich habe (Handy, Kamera). Ich wurde damals in Traiskirchen auch wegen Wertkarten gefragt usw., aber das will ich nicht. Ich glaube das f├╝hrt bei HelferInnen zu Entt├Ąuschung, weil sie dann als jemand gesehen werden, der sie nicht sein wollen.

Das Schlimmste ist zweifellos, dass Asylverfahren negativ ausgehen. Egal wie man dazu steht, f├╝r die Betroffenen ist es schlimm. Kann nat├╝rlich sein, dass sie dann nicht mehr bei mir mitkommen. Mit meinen Angeboten zeige ich, dass ein Leben in ├ľsterreich sch├Ân sein kann und ich versuche es auch mit meinem Lebensstil zu repr├Ąsentieren. Trotzdem gibt es f├╝r mich keinen Grund irgend jemanden schlechter zu behandeln, au├čer er macht etwas dummes, das meinen Werten entgegensteht. Die Arbeit mit anerkannten Fl├╝chtlingen ist zweifellos einfacher.

Geplant habe ich jedenfalls wieder einen Foto-Workshop, da das Interesse daf├╝r gro├č ist. Ich hoffe es klappt. (Inzwischen habe ich den Foto-Workshop erfolgreich durchgef├╝hrt, siehe auch die FotosÔÇŽ)

Danksagungen

Abschlie├čend will ich mich bei allen bedanken, die Interesse an Sport und Kultur gezeigt haben und meiner Einladung gefolgt sind. Und damit auch f├╝r sich selbst etwas getan haben und mit denen wir alle viel Spa├č hatten. Und bei allen, die mir bei den Ausfl├╝gen geholfen haben. In no particular order gro├čer Dank geb├╝hrt: Faramarz, Patricia, Farideh, Hamed, Sabri, Bettina, Franziska, Sabine und Nicola (von der B├╝rgerInneninitiative)

Alle Fotos (c) Bernhard Herzog

Fotos 2016:

Fotos 2017:

Noch mehr Fotos in Teil 1: Hier klicken

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